Warum ich abends immer die Spülmaschine anschalte
Ein simpler Knopfdruck am Abend, der für mich mehr Bedeutung hat, als er eigentlich sollte.

Björn • 01. Oktober 2025

Mein Abend beginnt nicht mit der Spülmaschine, sondern damit, dass ich Florian ins Bett bring – Zähne putzen, eine Geschichte, dann Licht aus. Danach räum ich kurz die Wohnräume auf, mach die Küche fertig und bereite das Frühstück fürs nächste Morgen vor. Und der allerletzte Schritt, bevor ich mich zu Moni auf die Couch setz, ist immer derselbe: Ich schalte die Spülmaschine an.
Rational betrachtet ist das nur eine Maschine, die Wasser durch Rohre pumpt. Für mich ist es trotzdem mehr. Das leise Brummen im Hintergrund heißt: Alles läuft, ich hab meinen Teil getan, der Rest passiert automatisch. Die Küche ist aufgeräumt, kein Chaos mehr – ein sichtbarer Abschluss für den Tag. Und ich starte morgens mit sauberem Geschirr, was sich anfühlt wie ein kleiner Vorsprung, bevor der Tag überhaupt losgeht.
Der Morgen mit der dreckigen Tasse
Es gab eine Phase, in der ich den Knopf abends öfter nicht gedrückt hab, aus Müdigkeit oder Bequemlichkeit. Dann stand ich morgens fürs Homeoffice bereit, und meine Lieblingstasse war dreckig. Ich gebe zu, ich bin da ein bisschen speziell – ich hab quasi immer dieselbe Tasse dabei, die gehört für mich genauso zum Fokus wie mein Laptop. Statt entspannt in den Tag zu starten, musste ich erstmal spülen. Genau da ist mir klar geworden: Routinen sind nicht nur Gewohnheit, sie sind Vorsorge fürs Ich von morgen.
Mehr als nur Geschirr
Wenn ich anderen von der Spülmaschinen-Sache erzähle, lächeln die meisten erstmal – ist ja auch nur Geschirr. Dahinter steckt für mich trotzdem ein Prinzip, das an mehreren Stellen funktioniert: Wenn die Umgebung geordnet ist, findet auch der Kopf leichter Ordnung. Bei mir gilt das genauso für den Schreibtisch im Homeoffice, für die Tasche, die ich abends packe, oder für meine ToDo-Karten, wenn sie sortiert auf dem Tisch liegen statt als Zettelwirtschaft rumzufliegen.
Was diese kleinen Routinen für mich bringen, ist eigentlich simpel: Ich muss morgens nicht mehr überlegen, ob die Tasse sauber ist, die Tasche gepackt ist oder was zuerst dran ist. Dieser Kopf-Platz geht dann eher an Dinge, die's verdient haben – Familie zum Beispiel, oder einfach Ruhe.
Bei dir ist es vielleicht nicht die Spülmaschine. Vielleicht ist es das Handy im Flugmodus, der Laptop, den du zuklappst, oder die Karten, die du für morgen sortierst. Was es ist, ist eigentlich egal. Wichtig ist nur, dass es für dich zum Ritual wird, das den Tag beschließt – und dass dein Kopf lernt, danach loszulassen.

Geschrieben von Björn.
Führungskraft. Familienmensch.
Gründer von einfach produktiv.


